08.09.2010 12:11
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Hornhautschäden durch falsche oder unsachgemäß getragene Kontaktlinsen

Nicht nur unzureichende Pflege kann zu Schäden der Augen führen

‘Die richtige Linsenwahl kann Schäden an der Hornhaut vermeiden’, betont die Hamburger Augenärztin Dr. Gudrun Bischoff, Vorsitzende des ‘Arbeitskreises Kontaktlinsen’ des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA). Doch für wen ist welche Linse geeignet? ‘Es gibt keine ideale Linse für Jedermann’, so Bischoff. Die Linse müsse vielmehr exakt auf die Besonderheiten jedes einzelnen Trägers abgestimmt sein, forderte die Ärztin.

Die Hauptgefahr durch Kontaktlinsen: Reduzieren die Linsen die Sauerstoffversorgung des Auges zu stark, kann es zu einer chronischen Stoffwechselstörung der Hornhaut kommen. Kann die Hornhaut über die Tränenflüssigkeit nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt werden, so lagern sich Stoffwechselschlacken in den feinen Strukturen vor allem des Hornhautendothels (innere Schicht der Hornhaut) ab, durch die die Sicht milchig und verschwommen wird wie ‘eine schmutzige Scheibe’, so Bischoff. Vor allem in leichteren Fällen eines Sauerstoffmangels würden Kontaktlinsenträger diese Gefahr erst zu spät bemerken.

Bischoff fordert deswegen, der Gasdurchlässigkeit einer Linse bei der Auswahl besondere Beachtung zu schenken. Der DK-Wert ist die Messgröße der Gasdurchlässigkeit. Ein DK-Wert von weniger als 20 schädige die Hornhaut bei längerem Tragen, so Bischoff. Ideal seien Werte um 100.

Waren bei weichen Kontaktlinsen bis vor kurzem nur DK-Werte bis 40 möglich, so habe die Einführung der Silikon-Hydrogellinsen im vergangenen Jahr ‘den Durchbruch zur optimalen Sauerstoffversorgung der Hornhaut’ gebracht, so Bischoff. Diese Linsen würden die Sauerstoffversorgung sogar bei geschlossenem Auge aufrecht erhalten und könnten deshalb auch gelegentlich während des Schlafs getragen werden. Untersuchungen ihres Arbeitskreises mit Hilfe eines konfokalen Mikroskops hätten ergeben, dass sich die Zellstrukturen der Hornhaut auch bei kontinuierlichem Tragen nicht verändert hätten.

Auch bei Silikon-Hydrogellinsen müsse jedoch eine gründliche augenärztliche Untersuchung durchgeführt werden, um festzustellen, ob sie für den jeweiligen Träger geeignet sind. Außerdem müssten regelmäßig alle drei bis sechs Monate Kontrolluntersuchungen stattfinden. Die Silikon-Hydrogellinsen seien auch, so betonte Bischoff, für therapeutische Anwendungen, beispielsweise zur Beschleunigung der Heilung einer Hornhautverletzung, gut geeignet.

Bischoff ging auch auf die Vor- und Nachteile von formstabilen (‘harten’) und weichen Linsen ein. Während sich weiche Linsen vor allem durch einen größeren Tragekomfort auszeichnen, seien harte Linsen besonders bei starker Fehlsichtigkeit erste Wahl. Ihre Abbildungsqualität übertreffe die der weichen Linse deutlich. Harte Linsen seien darüber hinaus besser verträglich und würden seltener zu Komplikationen führen.

(Bildmaterial: Wessley Jessen)
©EyeCare New Media AG, 28/06/2001




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